—
₰
Stockſchlägen. Faſtidio meldete mir am folgenden Tage, daß dieſer Schauſpieler und ſeine Frau nicht mehr ſpielen wollten. Ich half ihren Klagen ab, indem ich ihnen ein Benefiz bewilligte.
Die Frau Pantalons fand vielen Beifall, aber da ſie ſich beleidigt fühlte, weil das Parterre ihr zurief: Bravo, Duodo, ſo kam ſie in die Loge des Generals, in welcher ich mich gewöhnlich befand, um ſich zu beklagen, und um ſie zu tröſten, verſprach ihr der General in meinem Namen eine andere Vorſtellung am Ende des Karnavals, und ich mußte mich wohl darein fügen. Thatſache iſt es, daß ich, um dieſe gierige Brut zu befriedigen, ihr allmälich die ſtebenzehn Vor⸗ ſtellungen überließ, welche ich mir vorbehalten hatte. Marina bewilligte ich eine mit Rückſicht auf Madame F., welche dieſe Schauſpielerin in Affektion genommen hatte, ſeitdem dieſelbe in einem kleinen Hauſe außerhalb der Stadt mit D. R. im téte⸗-aâ-téte gefrühſtückt hatte.
Dieſe Großmuth koſtete mir mehr als 900 Zechinen, aber die Bank brachte mir mehr als tauſend ein, obgleich ich nicht abzog, da die Theaterangelegenheiten mir keine Zeit dazu ließen. Was mir viel Ehre machte, war, daß es er⸗ ſichtlich war, daß ich keine Intrigue mit den Schauſpiele⸗ rinnen hatte, obwohl mir dies ſehr leicht geweſen wäre. Madame F. machte mir ein Compliment darüber und ſagte, ſie hätte mich nicht für ſo vernünftig gehalten. Ich war während des Karnavals zu beſchäftigt, um an die Liehe, ſelbſt an die, welche mir ſo ſehr am Herzen lag, denken zu
können. Erſt mit dem Beginne der Faſtenzeit und nach
der Abreiſe der Schauſpieler konnte ich mich derſelben ganz hingeben.—
Eines Morgens ließ mir Madame F. melden, daß ſie mich zu ſprechen wünſche. Es war elf Uhr; ich begebe mich unverzüglich zu ihr, und nachdem ich ſie gefragt, wo⸗ mit ich ihr dienen könne, ſagte ſie: Ich will Ihnen die zwei hundert Zechinen wiedergeben, welche Sie mir auf eine ſo edle Weiſe geliehen. Hier ſind ſie, geben Sie mir meinen Schein zurück. Ihr Schein, Madame, iſt nicht in meinen Händen. Er


