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Ausgezeichnetes geleiſtet hat. Da er mich von dieſen großen Männern ſprechen hörte, bei denen ich die erſte Milch der Wiſſenſchaft eingeſogen hatte, beklagte er ſich über Pontedera, deſſen Briefe unleſerlich und in einer ſehr unverſtändlichen Latinität geſchrieben wären. Er zeigte mir auch einen Brief von einem Akademiker Berlins, deſſen Namen ich vergeſſen habe und der ihm ſagte, ſeitdem der König ſeinen Brief geleſen hätte, dächte er nicht mehr daran, die lateiniſche Sprache zu unterdrücken. Haller hatte an Friedrich den Großen geſchrieben, daß ein Herrſcher, dem die unglückliche Unternehmung gelänge, die Sprache Cicero's und Virgils aus der Republik der Wiſſenſchaften zu ver⸗ bannen, ſeiner eigenen Unwiſſenheit ein unſterbliches Denkmal ſetzen würde. Wenn die Gelehrten eine gemeinſchaftliche Sprache haben müſſen, um ſich gegen⸗ ſeitig ihre Entdeckungen mitzutheilen, ſo iſt dazu unter allen todten Sprachen die lateiniſche zuverläſſig am geeignetſten, denn die griechiſche und die arabiſche ſind weit entfernt, ſich gleich ihr dem Geiſt der modernen Völker anzupaſſen. Haller war ein guter pindariſcher Dichter; ſeine Verſe athmen Kraft und Schönheit; er war auch ein vortrefflicher Politiker und leiſtete ſeinem Vaterlande große Dienſte; ſeine Sitten waren ohne Makel.— Ich erinnere mich, daß er mir ſagte, das einzige gute Mittel, Vorſchriften zu machen, wäre, ſie durch das Beiſpiel zu veröffentlichen. Da er ein guter Bürger war, mußte er ein vortrefflicher Familien⸗ vater ſein; denn welches ſichere Mittel giebt es, ſeine Liebe für das Vaterland zu beweiſen, als das, ihm in ſeinen Kindern Unterthanen zu geben, die befähigt und tugendhaft ſind, was nur der Erfolg einer guten Erziehung ſein kann? Seine Frau, die er in zweiter Ehe geheirathet hatte, war noch jung und trug in


