Teil eines Werkes 
10. Th. (1864) Memoiren
Entstehung
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ihre außerordentliche Aehnlichkeit mit meiner ſchönen Strumpfhändlerin in Paris auf. Sie hieß Raton, ein Name, den ich zum Glück im Gedächtniß behielt. Ich bot ihr ſechs Francs als Preis für eine Gefällig⸗ keit, allein ſie lehnte ſie mit einer Art von Stolz ab und ſagte, ich hätte mich an die Unrechte gewendet, denn ſie wäre ein tugendhaftes Mädchen.Das iſt möglich, ſagte ich und befahl, meinen Wagen anzu⸗ ſpannen. Als die tugendhafte Raton mich im Begriff ſah, abzureiſen, ſagte ſie mit halb lachendem, halb ſchüchternem Weſen, ſie brauche zwei Louisd'or, und wenn ich ſie ihr geben und die Nacht bleiben wolle, würde ich zufrieden ſein.

Ich bleibe; aber ſei Du fügſam.

Ich werde es ſein.

Als alle Welt zu Bett gegangen war, kam ſie auf mein Zimmer und zeigte dabei ein ängſtliches Weſen, das ganz geeignet war, meine Gluth zu verdoppeln; in Folge eines eigenthümlichen Glückes aber fühlte ich ein dringendes Bedürfniß, nahm das Licht und eilte an den Ort, wo ich es befriedigen konnte.

Während meiner Beſchäftigung unterhielt ich mich damit, die tauſend Albernheiten zu leſen, die man an ſolchen Orten an Wänden und Thüren findet. Da fielen meine Blicke auf die Worte:

Am 10. Auguſt 1760 hat die unwürdige Raton mich angeſteckt. Wink für den Leſer.

Ich war beinahe geneigt, an Wunder zu glauben, denn ich konnte nicht denken, daß zwei Ratons in dem Hauſe ſein ſollten. Ich kehrte ſehr heiter in mein Zimmer zurück und fand die Schöne ſchon im Bett und ohne Hemd. Ich ging nach der Ecke, wo ſie es ab⸗ gelegt hatte, und da ſie bemerkte, daß ich es aufnahm, flehte ſie mich mit Schrecken an, es nicht zu berühren, weil es unrein wäre. Sie hatte Recht, denn es trug