Teil eines Werkes 
10. Th. (1864) Memoiren
Entstehung
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einem Theile von den Gebeinen der Burgunder aus⸗ geführt worden, die hier in der berühmten Schlacht fielen, welche Karl der Kühne verloren hat.

Ueber die lateiniſche Inſchrift mußte ich lachen.

Dieſe Inſchrift, ſagte ich zu ihm,enthält einen beleidigenden Scherz, der komiſch wird, denn der Ernſt einer Inſchrift geſtattet einer Nation nicht, Die, welche dieſelbe leſen, zum Gelächter zu bringen.

Als guter Schweizer wollte der Doktor dies nicht zugeſtehen, allein ich glaube, es geſchah aus falſcher Scham. Hier dieſe Inſchrift; der unparteiiſche Leſer möge darüber urtheilen:

Deo Opt. Max. Caroli, inclyti et fortissimi Burgundiae ducis, exercites Nuratum obsidens, ab Helvetiis coesus, hoc sui monumentum reliquit, anno MCCXXVI.

Ich hatte bisher von Murten einen hohen Begriff gehabt. Sein ſiebenhundertjähriger Ruf, drei große Belagerungen, die ausgehalten und abgeſchlagen worden waren Alles flößte mir eine erhabene Anſicht ein.

Ich erwartete etwas zu finden und fand nichts.

Murten, fragte ich den Doktor,iſt alſo ver⸗ nichtet, der Erde gleich gemacht worden?

Keineswegs! es iſt ſo, oder doch ziemlich ſo, wie es ſtets war.

Ich glaube, daß der Menſch, der ſich unterrichten

will, zunächſt leſen und reiſen muß, um dann zu berichten, was er gelernt hat. Etwas ſchlecht zu wiſſen, wäre ſchlimmer, als es nicht zu wiſſen, und Montague ſagt, daß man richtig wiſſen muß.

Doch hier das komiſche Abenteuer, welches mich bewog, die Nacht in Murten zu bleiben. Ich fand in dem Wirthshauſe ein junges Dienſt⸗ mädchen, welches romaniſch ſprach. Sie fiel mir durch