Teil eines Werkes 
10. Th. (1864) Memoiren
Entstehung
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trafen wir ein Abkommen, das wir ſehr ſchön und ſehr weiſe fanden.Lauſanne, ſagte ſie,iſt eine kleine Stadt, wo Du, wie ich mir denke, ſehr gefeiert werden wirſt, und vierzehn Tage lang hätteſt Du nur die Zeit, Viſiten zu machen und zu den Soupers und Abendgeſellſchaften zu gehen, zu denen Du von allen Seiten eingeladen werden wirſt. Ich bin dem ganzen Adel bekannt und der Herzog von Rosbury, der mich mit ſeiner Liebe beläſtigte, befindet ſich noch dort. Mein Erſcheinen mit Dir würde das Geſpräch für alle Geſellſchaften abgeben, und das würde Dir ebenſo läſtig werden, als mir. Meine gute Mutter iſt dort; ſie würde nichts ſagen, allein im Grunde fühlte ſie ſich gewiß nicht befriedigt dadurch, mich als Haus⸗ hälterin bei einem Manne, wie Du biſt, zu wiſſen, denn der gewöhnliche Verſtand reicht hin, um aller Welt erklärlich zu machen, daß ich nur Deine Geliebte ſein kann.

Ich fand, daß ſie Recht hatte und daß man den Anſtand beobachten müſſe. Wir entſchieden daher, daß ſie allein nach Lauſanne reiſen und dort bei ihrer Mutter bleiben ſollte, während ich zwei oder drei Tage ſpäter mich ebenfalls hinbegab und allein dort wohnte und ſie ohne Zwang bei ihrer Mutter ſo oft ſehen konnte, als es mir Vergnügen machen würde.

Wenn Du Lauſanne verläſſeſt, ſagte ſie,treffen wir uns in Genf und von dort reiſen wir überall hin, wohin Du willſt, und ſo lange als wir uns lieben. 8

Am zweiten Tage darauf reiſte ſie früh Morgens ab, überzeugt von meiner Beſtändigkeit und ſehr zu⸗ frieden darüber, einen verſtändigen Plan ausführen zu können. Ich war ſehr traurig über ihre Abreiſe, aber die Abſchiedsbeſuche dienten als Zerſtreuung für