in anderen Laͤndern die ſchoͤne Beſitzerin, mit
jeder moͤglichen Huͤlfe, dem bezaubernden Auge zu ihrem groͤßten Vortheil zeigt; ein langes
duͤſteres ſchwarzes Kleid, bedeckt die ſchöͤne
Schwedin, wenn ſie geht, und macht allen den Unterſchied der Symmetrie oder der Haͤß⸗ lichkeit unſichtbar; und ſelbſt ihre Fuͤße, die ſo niedlich und ſo huͤbſch ſind, wie die einer
Franzöſin, ſieht man ſelten ohne Huͤlfe eines guͤnſtigen Windes. Der ſchwuͤle Sommer hat
zwar keinen Einfluß darauf, daß ſie dieſes melancholiſche Kleid ablegen; indeß hoͤre ich, man trage es jetzt weniger, als ſonſt; oft haͤtte ich gewuͤnſcht, daß der Seidenwurm zu dieſer quälenden Bedeckung, beyzutragen ſich gewei⸗ gert haͤtte; von Zeit zu Zeit ſieht man in den
Straßen von Stockholm einige Perſonen, die dadurch bezauberten, daß ſie dieſen abſcheuli⸗
chen Anzug nicht trugen. Die Gewohnheit koͤmmt daher, weil die Geſetze des Luxus den
Gebrauch der farbigen Seidenzeuge verbienn.
Die ſchwediſchen Damen ſind durchgehends ſehr gebildet, und reden gelaͤufig engliſch, fran⸗
zoͤſiſch und deutſch. Ihre Zaͤrtlichkeit und ihr
Gefuͤhl haben gar nichts gemein mit der Rauh⸗ heit des ſchwediſchen Klimas; indeß zeigen ſie doch zwey auffallende charakteriſtiſche Eigens
——


