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chen Redlichkeit und Geſchicklichkeit gedient, als ſeine Feinde die Unwiſſenheit und Schwaͤche des jun⸗ gen Machthabers benutzten, und ihn uͤberredeten, daß der Jude zu lange mit der Pforte in Verbindung geweſen und zu ſehr in Naͤnken geuͤbt waͤre, um ſich nicht leicht verleiten zu laſſen, einen heimlichen Verkehr zu unterhalten und ſeines Gebieters Er⸗ preſſungen zu entdecken. Als der Miniſter wieder vor dem Paſcha erſchien, erhielt er den Befehl, in ſeiner Wohnung zu bleiben und nicht eher den Pa⸗ laſt zu betreten, bis er gerufen wuͤrde. Er gehorchte zitternd und erſtaunt, und lebte ſicher im abgeſchie⸗ denen Kreiſe ſeiner Angehoͤrigen und Freunde. Die Gewohnheit zu herrſchen aber hatte ſich ſeiner Seele zu ſehr bemaͤchtigt und das ruhige, unthaͤtige Leben machte den alten Mann ſo niedergeſchlagen, daß er es endlich wagte, wieder an den Hof zu gehen. Er warf ſich vor dem Paſcha nieder, und bat demuͤthig, ihm zu ſagen, was er verbrochen und warum er ſeine Stelle verloren haͤtte. Selim war ſehr aufgebracht, als er ihn wieder ſah, und befahl ihm, ſich augen⸗ blicklich zu entfernen. Seine Feinde benutzten den Vortheil, den er ihnen durch dieſen Schritt gege⸗ ben hatte. Als er einige Tage nachher mit den Seinigen beim Abendeſſen ſaß, meldete ihm ein Diener, daß zwei Boten aus dem Palaſte angekom⸗ men waͤren. Er wußte ſogleich, was ſie wollten,


