Teil eines Werkes 
3. Th. (1826)
Entstehung
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Der Paſcha Selim iſt Dſchezzars zweiter Nach⸗ folger. Man erzaͤhlte unzaͤhlige Beiſpiele von Dſchez⸗ jars Grauſamkeit. Er ſchien ſeine groͤßte Freude im Zerſtoͤren zu finden, hat aber die ſchoͤnſte Moskee und das ſchoͤnſte Badehaus in Syrien gebaut. Bei der Moskee ſieht man viele herrliche Palmen und einen ſchoͤnen Brunnen. Er war ein ſtrenger Anhaͤnger des Islam, ermangelte nie, taͤglich zweimahl die Moskee zu beſuchen, und ſtarb endlich, achtzig Jahre alt, in Frieden auf ſeinem Bette. Die Geſchichte ſeines erſten Miniſters, eines Juden, iſt tragiſch und anziehend. Dieſer Jude war ein ungemein geſchick⸗ ter Mann, und in allen Geſchaͤften der Verwaltung des Landes ſo gut bewandert, daß Dſchezzar einen ſeltenen Schatz an ihm beſaß; aber dennoch ließ er ihm ohne alle Urſache Naſe und Ohren abſchnei⸗ den, wiewohl er ihn fortdauernd als Miniſter behielt. Suleiman, ſein Nachfolger, der nur zwei Jahre herrſchte, konnte die Dienſte des Inden nicht ent⸗ behren, und als Paſcha Selim zur Herrſchaft kam, genoß der Jude mehr Vertrauen als je.In je⸗ nen Tagen, ſprach Anſelae, der uͤdiſche Kaufmann, der das Schickſal ſeines Freundes beweinte: wagte es kein Tuͤrke, einen Juden in den Straßen der Stadt uͤber die Achſel anzuſehen, oder ihn nur im Mindeſten zu beleidigen; aber alles iſt nun endlich ganz anders geworden. Der ungluͤckliche Jude hatte dem neuen Paſcha einige Zeit mit ſeiner gewoͤhnli⸗

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