Teil eines Werkes 
1. Th. (1826)
Entstehung
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des Tempels zu Karnak. Wir brachten den Tag angenehm zu, und fuhren in der Abendkuͤhle in einem Boote auf das jenſeitige Ufer des Nils, um die Ueberreſte Antinoe's zu beſuchen, das Kaiſer Hadrian baute. Es ſtehen nur noch wenige Saͤu⸗ len; ſie ſind von Granit, ſehr ſchlank, gegen vierzig Fuß hoch und haben korinthiſche Knaͤufe.

Wir ſetzten unſere Fahrt fort, und gingen wie⸗ der ans Land, um die Pyramiden von Sakkara zu beſuchen. Die groͤßte derſelben iſt ſchwerer zu er⸗ ſteigen, als die Pyramide von Dſchiſeh. Man kann nicht anders hinaufkommen, als wenn man uͤber Bloͤcke und Bruchſtuͤcke von verſchiedener Groͤße klettert, da die Außenſeite einer Ecke der Pyra⸗ mide vom Gipfel bis zum Fuße zertruͤmmert iſt. Die Ausſicht von der Hoͤhe iſt zwar von andrer Art als auf der Pyramide zu Dſchiſeh, aber eben ſo erhaben und umfaſſend.

Die Ueberſchwemmung des Nils hatte nun ab⸗ genommen, und das fruͤher verbrannte und duͤrre Flachland Aegyptens war weit umher mit einem ſchoͤnen gruͤnen Teppiche bedeckt. Die Hitze war

auch merklich geringer, und dieſe Jahrzeit, das

Ende des Oectobers, vermuthlich eine der kuͤhlſten. Es iſt in den meiſten Monaten des Jahres, waͤhrend der heftigen Hitze, beinahe unmoͤglich, in Ober⸗Aegypten zu Lande zu reiſen. Die Fahrt auf