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dem Nil iſt der einzige rathſame Weg, da auf dem Fluſſe die Luft immer friſcher und kuͤhler iſt, und die Naͤchte gewoͤhnlich angenehm und lieblich ſind.
Auf dem Ruͤckwege von Sakkara gingen wir uͤber eine weiche Sandflaͤche, und vor Durſt ver⸗ ſchmachtend, haͤtten wir jeden Preis fuͤr einen Trunk Waſſer gegeben, als unerwartet ein Derwiſch, als ob er aus den Wolken gefallen waͤre, mit ei⸗ ner ungeheuren Waſſermelone uns entgegen kam, die wir als himmliſches Manna empfingen. Er war ein langer, kraͤftiger Mann, mit einem huͤbſchen Geſichte, einer der ſchoͤnſten Maͤnner, die man ſe— hen konnte, eine Muſtergeſtalt, die ein Kuͤnſtler gern nachgebildet haben wuͤrde. Seine einſame Wohnung mit einem kleinen Garten war nicht weit entfernt, und er hatte ſich abſichtlich mit ſei⸗ ner Melone auf den Weg gemacht, weil er uͤber⸗ zeugt war, ſie gut verkaufen zu koͤnnen.
Als wir nach Kahira zuruͤckkehrten, nahmen wir unſere Wohnung in dem Hauſe eines Franzoſen, Nahmens Aſſelin, der mit Chateaubriand durch Ae⸗ gypten reiſete, und ſeitdem immer hier geblieben iſt. Er war nicht ohne Kenntniſſe, und hielt ſich faſt den ganzen Tag in ſeinem Zimmer auf. Er trug europaͤiſche Kleidung und einen ungemein lan⸗ gen Bart, der ihm ein ſeltſames Anſehen gab. Man ſieht zuweilen mehre franzoͤfiſche Mamluken in


