Teil eines Werkes 
1. Th. (1826)
Entstehung
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im Morgenlande, eine balbe und ſchwache Beleucht⸗ ung ſei andaͤchtigen Betrachtungen guͤnſtig.

Nach Anbruche der Dunkelheit kehrten wir in unſer kleines Gemach zuruͤck, wo eine Binſenmatte auf dem Boden mein einziges Lager war. Derwiſch und Achmet ſchliefen auf der Erde im Freien Der Mond ſchien hell wie Taglicht. Ich hatte noch nicht lange geſchlafen, als ich durch Muſik und Geſang in der Straße, dicht bei meiner Nacht⸗ herberge, aufgeweckt wurde, waͤhrend alles umher ſtil war. Die Toͤne waren ungemein lieblich, und verhallten langſam. Gleich nach Anbruche des Ta⸗ ges hoͤrten wir Achmet mit lauter Stimme Allah anrufen. Wir ſtanden ſchnell auf, und nach einem Fruͤhſtuͤcke von Kaffee und tuͤrkiſchen Pfannkuchen, die man in den fruͤhſten Morgenſtundun in den Straßen baͤckt, machten wir uns wieder auf den Weg. Als wir die fruchtbare Umgegend von Siout verlaſſen hatten, und in eine große Sandflaͤche ge⸗ kommen waren, erblickten wir nach wenigen Stun⸗ den eine zahlreiche Karawane, die in der Wuͤſte Halt gemacht hatte. Es waren Araber aus den entlegenern Theilen Aegyptens, die ſchwarze Skla⸗ ven zum Verkaufe nach Kahira brachten. Das Zelt des Anfuͤhrers zeichnete ſich durch ein Stuͤck blaues Tuch aus, das von der Spitze herabhing. Die uͤbrigen Zelte waren rings umher ohne Ordnung aufgeſchlagen. Die Kamehle gingen frei auf der