— 155—
higes Alter raubte. Er brach in Thraͤnen aus, als er mit leidenſchaftlichem Ausdrucke des Kummers ſeine verlaſſene Lage ſchilderte. Nach Sonnenunter⸗ gange ſprach er eine halbe Stunde lang laut ſeine Gebete, indem er durch die Wuͤſte uns folgte. Un⸗ gemein auffallend war, bei dem Eintritte in die Stadt, die ploͤtzliche Abwechſelung der Gegenſtaͤnde, die lauten Toͤne und die raſchen Bewegungen der Menſchen in den Straßen nach der tiefen Einſam⸗ keit des Weges durch die Wuͤſte. Araber, Tuͤrken, Nubier und Arnauten hemmten beinahe den Weg.: Auf den Marktplaͤtzen war Gedraͤnge. Mein Fuͤh⸗ rer verſchaffte mir eine ſchlichte Wohnung bei Haſ⸗ ſan, einern Araber. In einer tuͤrkiſchen Stadt iſt eine Mah lzeit bald bereit. Derwiſch, der junge Schiffer von unſerem Fahrzeuge, ging aus, und brachte bald Kaffee, Milch, Brot und gebratenes Fleiſch, alles trefflich in ſeiner Art. Das Fleiſch beſtand aus kleinen, wohl gewuͤrzten Hammelſchnit⸗ ten, die an einen eiſernen Spieß geſteckt, ſchnell uͤber dem Feuer umgedreht werden und in wenigen Minuten fertig find. Der Abend war angebrochen, und der Gebetruf der Muezzim erſcholl von den Mi⸗ nareten. Eine Moskee, in welche ich einen Blick warf, war ſehr huͤbſch. Den Fußboden bedeckte ein netter Teppich, und durch eine kleine Kuppel in der Mitte ſiel ein mattes Licht hinein. Man glaubt


