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ner Weiber und der Anmuth ſeiner Lage beruͤhmt. Es war ein entzuͤckender Anblick fuͤr den Fremdling, wenn er hier an einem kuͤhlen Abende die grie⸗ chiſchen Frauen und Fuͤrſtinnen wandeln ſah, de⸗ ren faſt feſſelloſe Rabenlocken aus dem ſeitwaͤrts aufgeſchlagenen Schleier hervorblickten, und deren edle Zuͤge und ſchoͤne Geſtalten mit der umliegenden herrlichen Landſchaft ſo gut uͤbereinſtimmten. Aber jetzt iſt jeder Pfad veroͤdet und ihre Palaͤſte ſind ver⸗ laſſen.
Als ich eines Tages unter der Vorhalle des Palaſtes der Janitſcharen zu Konſtantinopel ſaß⸗ wurden zwei Griechen hoͤheren Standes mit Wache hereingefuͤhrt. Man konnte ſich bei dieſem Anblicke der Ruͤhrung nicht erwehren. Beide waren aͤltliche Maͤnner; aber waͤhrend ſie mit beſtem Schritte vor⸗ angingen, ſah man Ruhe und Ergebung in ihren Dung n Ihr Schickſal war unwiderruflich beſtimmt.
Man hatte ſie in ihrem Zufluchtorte entdeckt, und ihren Angehoͤrigen ſie entriſſen, um ſie zum Tode zu fuͤhren. Die an Gleichgiltigkeit graͤnzende Er⸗ gebung, womit die Griechen gewoͤhnlich ihrem Schick⸗ ſale entgegen gingen, war in der That auffallend. Einer dieſer Ungluͤcklichen hatte ſich durch die Flucht gerettet, aber die Sehnſucht, ſeine Angehoͤrigen zu ſehen, war ſo ſtark, daß er nach einigen Wo⸗ chen zuruͤckzukehren wagte. Am Abende deſſelben Tages ward er in Galata entdeckt und fortge⸗


