Teil eines Werkes 
1. Th. (1826)
Entstehung
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Staͤnden und in allen Trachten ſchnell an uns vor⸗ uͤber.

Wir bedachten nicht, daß Konſtantinopel einige Zeit vorher der Schauplatz von Unruhen und Metze⸗ leien geweſen, und es fuͤr einen Europaͤer gefaͤhr⸗ lich war, ohne einen Janitſcharen durch Pera und Galata zu gehen. Als wir in der letztgenannten Vorſtadt landeten, gingen wir in ein Kaffeehaus; die Tuͤr⸗ ken aber wieſen uns mit ausdruckvoll warnenden Gebehrden weg. Nicht allein die Krieger, ſondern auch die niedern Volksklaſſen trugen Waffen, ſelbſt Knaben fuͤhrten Piſtolen und Dolche, und hatten ihre Haͤnde in Blut tauchen gelernt. Faſt taͤglich fielen ſchreckliche Graͤuelthaten vor. Ein Grieche fand kein Erbarmen, wo man ihn entdeckte, und nirgend Schutz, als in den Wohnungen der Ge⸗ ſandten. Die Fenſter des hohen Zimmers, wo wir wohnten, ſahen auf einen mit Cypreffen be⸗ pflanzten Begraͤbnißplatz. Gleich nach Anbruche der Dunkelheit wurden rings umher Flinten und Piſto⸗ len abgefeuert, und ſo ging es mit kurzen Unter⸗ brechungen die ganze Nacht hindurch fort. Von den griechiſchen Bojaren oder Edelleuten iſt kaum noch einer uͤbrig. Diejenigen, welche nicht bei den Metzeleien umkamen, ſind aus ihrer Heimath ent⸗ flohen, und haben ihre Angehoͤrigen und Beſitzungen in der Gewalt der Tuͤrken gelaſſen. Das Dorf The⸗ am Bosporus war wegen der Schoͤnheit ſei⸗