Teil eines Werkes 
1. Th. (1826)
Entstehung
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lag ein Sommer⸗Serai des Sultans mit einem klei⸗ nen Luſtgarten an der Kuͤſte. Die, auf der europaͤi⸗ ſchen Seite faſt bis an den Strom hinab laufenden, anmuthig bewaldeten, aber ſehr niedrigen Huͤgel, und die kleinen tuͤrkiſchen Haͤuſer, die bald vom Strome beſpuͤlt wurden, bald uͤber denſelben her⸗ abhingen, bald ſich in das Gehoͤlz zuruͤckzogen, er⸗ innerten an ſineſiſche Landſchaften und Wohnungen. Oft ſchweiften meine Blicke entzuͤckt uͤber die aſia⸗ tiſche Kuͤſte, als den Schauplatz kuͤnftiger Genuͤſſe. Endlich legten wir bei Bujukdere vor Anker, und der Kapitaͤn verſchaffte uns ein Boot, das uns nach Konſtantinopel brachte. Ein einziger tuͤrkiſcher Ruderer mußte uns gegen den ſtarken Wind einige Meilen weit fahren, eine ſchwere Arbeit, ſo gut wir ihn bezahlen mußten. Es war zur Zeit des Ramadan, und der arme Kerl zeigte ſehr ausdruck⸗ voll auf ſeinen Magen, um anzudeuten, daß er den ganzen Tag noch nichts gegeſſen haͤtte. Abends kamen wir in den Hafen von Konſtantinopel. Wir waren wie bezaubert. Das Serai eine Reihe wei⸗ ßer Gebaͤude mit hangenden bleifarbigen Daͤchern, aber ohne alle Pracht in der Bauart, ſtand dicht am Ufer, und hinter demſelben praͤchtige nie be⸗ wegte Cypreſſenwipfel. Links lag Seutari, eine der Vorſtaͤdte auf der aſiatiſchen Seite, mit ihren wei⸗ ßen Moskeen, und als wir uns dem Landeplatze näͤherten, fuhren große Bote mit Tuͤrken von allen