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ob dieß das praͤchtige Konſtantinopel ſei. Kommen wir aber in den Kanal, und ſegeln wir um die Spitze, wo das Serai ſteht, ſteigt die Sonne uͤber die Abhaͤnge empor, wo Haͤuſer uͤber Haͤuſer ſich erheben, und liegen Pera und Galata mit den gro⸗ ßen dunklen Cypreſſenwaͤldern, welche die Begraͤb⸗ nißplaͤtze auf den Huͤgeln beſchatten, vor unſern Blicken, ſo ergreift uns Bewunderung. Die ooͤl⸗ zernen Haͤuſer, woraus die Stadt groͤßtentheils be⸗ ſteht, haben freilich kein großartiges Anſehen, und drei Viertheile der Vorderſeite ſind mit Fenſtern be⸗ deckt, aber die uͤberall zwiſchen den Gebaͤuden ſich erhebenden Baͤume, die zahlloſen Minarete, deren einige mit vergoldeten Spitzen in der Sonne glaͤn⸗ zen, und die vornehmſten, alle Gebaͤude uͤberragen⸗ den Moskeen, all dieß erregt Gefuͤhle in dem Ge⸗ maͤthe eines Fremden, die keine andere europaͤiſche Stadt einfloͤßen kann.
Unſer Schiff, das nach Odeſſa beſtimmt war, ſegelte aufwaͤrts in dem Fluſſe, nach dem einige Meilen entfernten Dorfe Bujukdere, das wegen ſeiner ſchoͤnen Lage beruͤhmt iſt. Dieß gab uns eine guͤnſtige Gelegenheit, die Landſchaft zu betrachten, und wer ſie einmahl geſehen hat, kann ſie nie ver⸗ geſſen. Beide Ufer des breiten Stromes waren mit Gebaͤuden bedeckt. Hier ſahen wir eine Moskee vom reinſten weißen Marmor, reich verziert und vergol⸗ det, und von dunkeln Cypreſſen umgeben. Links
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