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Nach einem Aufenthalte von einigen Stunden fuhren wir in die Dardanellen hinauf. Europa lag auf der einen, Aſien auf der andern Seite, und bald oͤffneten ſich uns die lieblichſten Landſchaf⸗ ten der Tuͤrkei. Es iſt ſchwer, dieſe Landſchaften zu ſchildern, welche von allen, die man in Europa ſieht, ſo ganz verſchieden ſind. Die tuͤrkiſchen Staͤdte und Doͤrfer erhalten dadurch einen eigenen Reiz, daß ſie ganz von Baͤumen beſchattet ſind, die immer das lebhafteſte Gruͤn ſchmuͤckt, und die uͤber die meiſten Haͤuſer herabhangen. Die Haͤuſer ſind ziemlich niedrig und meiſt hoͤlzern, mit ſanft
abhaͤngigen Daͤchern, und entweder roth, weiß oder
bleifarbig angeſtrichen. Mitten in jedem Dorfe ragt das huͤbſche weiße Minaret der Moskee empor. In
der umliegenden Gegend war die reiche Ernte eben
unter der Sichel gefallen. Ein kuͤhler Kiosk lag un⸗ ter uͤppigen Schatten. All dieß reizte nur meine Ungeduld, Stambul zu ſehen, und dieſes Ge⸗ fuͤhl ſtieg noch hoͤher, als die Nacht anbrach. In den letzten Tagen unſerer Fahrt war der Himmel ſchoͤner geworden, und glaͤnzte im zarteſten Blau, das am Rande des Horizontes von weißen Wolken eingefaßt war, und beſonders war der letzte Tag unſerer Reiſe ſehr anmuthig, als uns ein ſanfter Wind zu der tuͤrkiſchen Hauptſtadt brachte. Bei dem erſten Anblicke derſelben fuͤhlt man ſich in der Erwartung getaͤuſcht, und man moͤchte ſich fragen,
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