400
darüber, daß er nicht kommt und die erſten Monate unſerer häuslichen Glückſeligkeit ſtoͤrt... Ach dieſe poetiſche, kleine Sommerwohnung. Du weißt nicht, wie jeder Platz Dir geweiht worden iſt... dort wird ſie ſitzen... hier wird ſie ruhen... ach die Liebe macht auch den klügſten Mann zum Narren. Aber Gott ſei Dank, Niemand außer Dir wird all dieſe Narr⸗ heit, all dieſe Abgötterei ſehen.“
9 Er zog das geliebte Weib immer näher an ſein
erz 1
„Wie wenig ich gleichwohl das Höchſte ahnte!“ flüſterte ſie.
„Und ich? ahnte ich es?“
„Aber ſprich: was meinteſt Du damit, daß nur ich
ſelbſt wiſſen dürfe, wie lieb Du mich habeſt? Du
kannſt doch jetzt keine Scheu mehr hegen, die Welt Deine Liebe ahnen zu laſſen?“
„Ahnen mag ſie dieſelbe immerhin. Die Welt be⸗ griff wohl, daß ein Mann, der ſo lange dem Jungge⸗ ſellenleben gehuldigt hat, ſich nicht ohne wirkliche Liebe vermählt. Aber ich will nicht, daß ſie etwas von die⸗ ſem holden himmliſchen Leben ſehe, welches ein Myſte⸗ rium zwiſchen den zwei Perſonen bleiben muß, die ihre Treue und ihre Herzen ausgetauſcht haben.“
Er ſchaute ſie mit einem Fragezeichen in ſeinem Blicke an.
„Ich liebe Dich ſo innig, ſo grenzenlos, meine Viola, daß es mir ſcheint, unſre Gefühle würden ent⸗ weiht, wenn wir die mindeſte Aeußerung derſelben den
Blicken Anderer Preis geben. In Gegenwart von Frem⸗ den wäre ich nie im Stand, Dir die mindeſte Liebkoſung
zu widmen. Ich glaube kaum, daß ich Deine Hand zu ergreifen wage, denn man würde einſehen, daß ich ſie dann in der meinigen drücke.“
„In allem dem gebe ich Dir tauſendmal Recht.
Und fürchte keine Verſuchungen— ich verſtehe Dich wohl... aber im Uebrigen darf die Welt doch wohl
„ 22 gehöre
ſehen, biſt.“
Priyat
Die


