Teil eines Werkes 
9.-14. Bändchen (1852)
Entstehung
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Es war ein Verſprechen, das nicht gebrochen wer⸗ den konnte es war heilig ſie wollte es auch nicht brechen und ich... ich... Du haſt ſie wohl niemals zu dieſer Thüre hereinſchauen laſſen?

Nein, nein, das verſteht ſich.

Sie hat Dich auch nie darum gebeten?

Gebeten hat ſie mich genug.

Das war grauſam von ihr... Sie mußte feier⸗ lich geloben, ſich nicht vor mir zu zeigen... aber weißt Du, wie es heute Nacht war?

Ein Fiebertraum zog wieder ſeine Wolken über Severins Seele.

Wie war es?

Auf dem Stuhl, wo Du ſitzeſt, ſaß ſie und ſchaute mich an mit ihren lieblichen, mit ihren holden, zärtlichen Augen. Sie trocknete meine Stirne mit ihrer Hand und fächelte über mich mit einem Fächer von Lilien... Still, es regt ſich etwas hinter den Gardinen..warum bewegen ſie ſich? es iſt doch niemand hier?

Niemand, lieber Herr, ich war es, der der Schnur zu nahe kam.

Hörſt Du, was der Doktor ſagt? Ich ſehe es ihm an den Augen an, er hoffte, daß dieſes verzehrende

Fieber, dieſes Höllenſteber, das meinen Körper und meine 7

Seele zugleich verbrennt, enden würde in... o wie ich dürſte und nicht einmal einen Tropfen Waſſer von ihrer Hand.

Darf ich Sie laben, Herr?

Laben fort, ſage ich, fort! Sehe ich nicht, wer es iſt, dem ſie den labenden Trank reicht?... ihm, ihm... und ihre Lippen... er naht ſich ihnen... ſein, ſein Arm ſchlingt ſich um ihren Leib. O führe ſie hierher, führe ſie beide hierher, damit ich ſie erſticken kann mit meinem Athem... es iſt heiß genug... und meine Thränen, ſie ſind auch heiß genug.

Ein gewaltſames Schluchzen wurde aus der Bruſt des ſieberkranken Mannes hervorgepreßt.