Emil Marbin und der hochedlen Jungfrau Johanne
Sophie S.,*) wie auch desgleichen ein chriſtlicher Ehebund
zwiſchen dem Lieutenant im königlichen F.... Regiment, Herrn Charles Anton Marbin und der wohlgebornen Jungfrau Viola Maria Holſt.
Die leere eiskalte Neugierde war zufrieden geſtellt.
Sie konnte ſich jetzt frei in Ach und Weh, in Be⸗ kreuzungen und frommen Blicken zum Himmel ergießen, um bald darauf den Gegenſtand zu vergeſſen, der ſie drei Tage lang im Fieber erhalten, während das Fieber der Hauptperſonen(der genannten und ungenannten) erſt recht begann in den Augenblick, wo das der theil⸗ nehmenden Gemeinde ſich legte.
„Wie viel Uhr iſt's?“ hörte man eine matte Stimme fragen, und eine matte brennende Hand wurde zwiſchen den Vorhängen vorgeſtreckt, welche das Kranken⸗ bett des Kriegsraths Wendelsköld umgaben.
„Drei Viertel auf zwoͤlf, lieber Herr.“
„Gib die Uhr her.“
Der Kriegsrath hielt ſie empor an ſeine unnatürlich glänzenden Augen. 3
„Lars Moritz predigt heute nicht lange.“
Er ließ die Uhr fallen, denn mitten in der Fieber⸗ hitze ſchüttelte ein Schauder ſeinen Schnee über ihn.
„Sie hätten es nie ſoweit kommen laſſen ſollen, Herr... Sie wußte ja nicht, was ſie that, was ſie derſprach.“
*) Ein Aufgebot unter ſolchen Umſtänden(wo man wußte, daß der Mann todt war,) hat vor einigen Jahren in einer der weſtlichen Städte des Reiches ſtattgefunden.


