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I.
Einleitung.
Es war Sonntag, der erwartete Sonntag.
„Jetzt wird man endlich zu hören bekommen, wie es geht,“ flüſterte man von Mund zu Mund, während man ſich drängte, um in die Kirche zu gelangen.
Die Predigten des Pfarrers Horner waren immer beſucht, aber niemals ſeit ſeiner Inſtallirung hatte der Tempel von ſo viel Stimmen wiedergellungen, wie
heute.
Nichts deſto weniger hatte der geliebte Prediger niemals zu undankbareren und ungeduldigeren Zuhörern geſprochen.
Man fand den Vortrag ungewöhnlich lang, obſchon er wahrſcheinlich ungewöhnlich kurz war. Und ſtatt der Thränen, die ſich ſonſt in den Nastüchern der Frauen⸗ zimmer zu verbergen pflegten, wurde heute manches halb⸗ unterdrückte Gähnen darin verborgen.
Endlich ſagte der Prediger: Amen!— die Gemeinde ein leiſes: Gott ſei Dank!
Und jetzt, nach den Gebeten und den üblichen Pau⸗ ſen huſtete der Pfarrer, und ließ dann mit ſeiner tiefen und vollen Stimme vernehmen, daß ein chriſtlicher Che⸗ bund verkündet werde zwiſchen dem ehemaligen Lieute⸗ nant im königlichen D..ſchen Regiment, Herrn Franz


