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Hiobspoſt vom Tod ihres Geliebten mitgetheilt wird, zu gleicher Zeit den einzigen lindeenden Troſt empfängt, der ihr jetzt erreichbar iſt, nämlich den, daß ihr Kind den Namen und die Rechte ſeines Vaters erhält.“
„Wieviel Uhr iſt's?“ fragte Viola mit gebrochener Stimme.
„Für heute Abend iſt es zu ſpät... außerdem mußt Du überlegen, ob dein Herz zu einem ſo hohen und edlen Opfer für die Freundſchaft fähig iſt.“
Und Viola überlegte die ganze Nacht, ſo daß ſie am Morgen noch verwirrter, noch rathloſer, noch ver⸗ zweifelter war als am Abend.
Unaufhörlich meinte ſie in dieſer Nacht Emils Schatten zu ſehen, der ſie an ihr heiliges Verſprechen erinnere, Alles für Jeanne Sophie zu thun.
Hatte er ihr nicht geſagt, daß jede Wohlthat, die ſie ihr erweiſe, ein lindernder Balſam für ſeine Wun⸗ den ſein würde?
Und war es wohl genug mit dem, was Viola ſah? Meinte ſie nicht auch das Gedröhne der rollenden Wo⸗ gen zu hören, gegen welche Emil arbeitete; ſeine Arme waren emporgerichtet und zeigten zuweilen ferne hin nach einer andern Seite.
Das junge Mädchen wollte vergehen unter dem Druck dieſer Qualen..
Auf dieſer andern Seite, wohin Emil zeigg, ſah ſie Jeanne Sophie bleich und ausgemergelt, ein ebenſo blei⸗ ches und ausgemergeltes Kind ihr entgegenſtrecken, und Jeanne Sophiens Stimme, ſchwebend und matt, nahte Viola's Ohr.


