Teil eines Werkes 
4.-8. Bändchen (1851)
Entstehung
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„Meine beklagenswerthe Freundin, wenn es irgend etwas nützen könnte, ſo würde ich Dir ſagen, daß Jeanne Sophiens Unglück nicht ſo rettungslos iſt, daß nicht we⸗ nigſtens ihre Ehre gerettet werden kann.“

„Wie— auf welche Art denn 2“

„Ich weiß, daß der Kommerzienrath Marbin das Aufgebot zwiſchen Emil und Jeanne Sophie gut heißen würde, wenn...“

Viola ſtutzte zurück.

„Aufgebot, nachdem er todt iſt?“

„Still, ſtill, das weiß man nicht; dem Gerücht wird widerſprochen: man hat ja noch keinen Todesſchein geſehen. Wie manche Schiffbrüchige ſind nicht wieder gekommen, wiewohl es, weiß Gott, allen Nachrichten zufolge nicht wahrſcheinlich iſt, daß Lieutenant Emil wiederkommen wird.“

„Aber dieſes Aufgebot— was meinteſt Du mit dem?“ „Ich meine, daß, wenn es vor ſich geht, Jeanne Sophie als Emils Frau betrachtet werden und nicht als dem Schimpf und Spott blos geſtellt ſein wird, wel⸗ cher ſonſt ihr Loos werden müßte.“

„O das wäre viel, ſehr viel...„die Eltern bil⸗ ligen dieſes Aufgebot? iſt es möglich?“

Viola's Augen funkelten in hellem Glanz.

„Ja, aber nur unter einer einzigen Bedingung.“

„Worin beſteht ſie?“

„Darin, daß an demſelben Tag auch Charles auf⸗ geboten wird.“

„Auch Charles... ach, großer Gott!“

„Ich rathe Dir gewiß nicht— der Himmel be⸗ wahre mich davor, daß ich in einer ſo ungewöhnlichen und leben gefährlichen Sache Rath ertheile.“

Viola gab keine Antwort.

„Aber beſuche Du, als Jeanne Sophiens beſte Freun⸗ din, beſuche Du Charles Mutter— vielleicht können deine Bitten ſoviel wirken, daß die Arme, wenn ihr die

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