Teil eines Werkes 
4.-8. Bändchen (1851)
Entstehung
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Bei dieſem letzten freundſchaftlichen Vorſchlag des Doktors richtete ſich Severin auf.

Der Doktor, deſſen Blick fortwährend auf der Lauer war, bemerkte jetzt ein nervöſes Zucken in den Geſichtsmuskeln des Patienten, darauf in ſeinen Augen einen Blitz wie von zurückgehaltenem Zorn; endlich aber ging Alles in eine allgemeine Schlaffheit über.

Dieſes letzte Stadium geſtel dem Doktor nicht.

Heißeſt Du meinen Vorſchlag gut? fragte er gleichgültig.

Nun ja... das heißt, ich bin mit mir ſelbſt noch nicht einig, ob er paſſend iſt.

Paſſend? Du erweiſeſt mir doch wohl nicht die Ehre, mich für einen gefährlichen Verführer anzu⸗ ſehen? Aber es ſieht freilich aus, als ob Du meinen fünfundſechzig Jahren ein Compliment machen wollteſt (obſchon ich immer von 70 rede, ſo muß ich doch wohl nach einem ſolchen Lobe hier geſtehen, daß ich wirklich nicht mehr als 65 habe).

Ich meine natürlich die Sache ſelbſt.

Nun denn kann es unpaſſend ſein, in den ſchönen Anlagen der Stadt ſpazieren zu gehen? Unſere ganze Geſellſchaft promenirt ja da.

Juſt deßhalb... es könnte ausſehen, als ob man mit Berechnung...

Beunruhige Dich darüber nicht, Bruder. Alle Menſchen ſehen ein, daß die Luft, der Frühling, das Gras und die Blumen für Deine Mündel ebenſo noth⸗ wendig ſind, wie für alle anderen geſchaffenen Weſen. Und da alſo Deine letzte Einwendung entkräftet iſt, ſo komme ich morgen ganz beſtimmt und hole das kleine Fraͤulein um ein Uhr ab.

Ich ſollte wohl eigentlich... eigentlich... ich ſollte doch eigentlich auch einmal dieſe Anlage ſehen, die im letzten Jahr mehrere Verſchönerungen erhalten haben ſoll... vielleicht könnte ich's verſuchen, mich frei zu machen.