Teil eines Werkes 
4.-8. Bändchen (1851)
Entstehung
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daß man zum Voraus ſeine Handlungsweiſe genau beſtim⸗ men ſoll. Muß dies nicht immer von den Umſtänden ab⸗ 1 hängen und von den Dingen, die geſprochen und gethan werden?

Wir wollen in dieſer Sache nicht ſtreiten, meine Liebe, da Du Dich für Deinen eigenen Weg entſchieden haſt. Laß uns bloß eilen, denn in zwanzig Minuten 1 iſt Severin im Speiſeſaal, und ich glaube, daß er eine ſolche Nachläſſigkeit wie die, ihn warten zu laſſen, nie verzeihen würde.

Er iſt alſo ſehr ſtreng?

Ich ſage nichts. Ich habe den Grundſatz, meine 4 Rathſchläge nicht wegzuwerfen, wenn man ſie von ſich weist... Wir haben heute recht ſchönes Wetter.

Gute Laura, kannſt Du es nicht verzeihen, wenn ich Dir in Bezug auf meinen Vormund etwas widerſetzlich erſcheine? Aber irgend etwas ſagt mir, daß ich ihn nicht, wie Du geſtern meinteſt, mit Sturm nehmen oder was auf daſſelbe herauskommt durch eine dumm⸗* dreiſte Vertraulichkeit mich auf guten Fuß mit ihm zu ſtellen verſuchen darf.

Muß ich wiederholen, daß ich mich über dieſen Gegenſtand nicht weiter äußere!

Nein, gewiß nicht. Es betrübt mich jedoch, Dein Mißvergnügen erregt zu haben. 1

O, das hat nichts zu ſagen. r

Aber im Fall Du ſelbſt beſſer über die Sache i nachdenkſt, findeſt Du, glaube ich, gewiß, daß ein Mäd⸗ chen, das zu einem Manne von Deines Schwagers Ge⸗ 4 müthsart in ein töchterliches Verhältniß zu treten wünſcht, nicht damit anfangen darf, ihm ein ſolches aufzudrängen.

Hm, hm.. wie die kleine Weisheit ſich breit r macht! ſ Ich wollte juſt ſehen, was für ein Geſicht er 1

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machen würde, wenn ich vorſpränge und ihn in meine Arme ſchlöße; er würde mich gewiß verabſcheuen und