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ſtimmt hatte. Und hätte jetzt mein erſter Patient dieſe
Medikamente erhalten, ſo würde er ſchon vor zwei Mo⸗ naten ſeinen Eintritt in die Geiſterwelt gefeiert haben.“
„Und wie wurde das Unglück abgewehrt 2“
„Nun, als das Recept bereits in der Apotheke war, erinnerte ich mich an den Sachverhalt und ſtürzte wie ein Narr dorthin. Die beabſichtigte Doſis wurde ſchon zubereitet, aber da ich gut Freund mit dem Proviſor bin, ſo konnte ich die ganze Sache rückgängig machen.“
„Das Ding hätte Dich können theuer zu ſtehen kommen.“
„Ja, das will ich meinen. Und wenn Du noch hin⸗ zufügſt, daß dieß die erſte Zerſtreutheit während mei⸗ ner fünfunddreißigjährigen Praxis war, ſo begreifſt Du, daß es mir heiß um die Ohren wurde. Deß⸗ halb habe ich aber nicht daran gedacht, daß dießg ein Vorbote meines Todes oder auch nur irgend eine Schwä⸗ chung meiner Geiſteskräfte ſein könne.“
Eine ganze Legion von Vorwürfen und Vorſtellun⸗ gen würden auf Severin nicht halb ſo viel gewirkt haben, als dieſes einzige Beiſpiel, das der Doktor ohne alle Gewiſſensſerupel zum Nutzen und zur Erbauung ſeines Freundes improviſirte.
„Sei überzeugt,“ fuhr der kluge Arzt fort,„daß ſowohl meine Eigenliebe wie auch mein leider zuneh⸗ mendes Alter mir nie geſtattet haben würde, dieſe Sache zu berühren, wenn ich nicht geglaubt hätte, daß mein Vertrauen Dir auf irgend eine Weiſe nützen könnte.“
„Bei Gott, Bruder, ſo iſt es... ich fühle es an mir.“
„Gut— dann will ichtDir jetzt mit vollkommen klaren Sinnen etwas kühlendes Pulver verordnen... aber zuerſt will ich Dich in einer anderen Sache be⸗ ruhigen.“
„In welcher Sache denn?“ „In Betreff Deiner Mündel... Du fragteſt mich,


