Teil eines Werkes 
1.-3. Bändchen (1851)
Entstehung
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drücken. Er habe ihr, fügte er hinzu, wirklich nur höchſt geringe Begriffe von ſeiner Vormundswürde bei⸗ bringen köoͤnnen.

Und Deine Schüchternheit, mit einem jungen Frauenzimmer zu ſprechen, iſt alſo ein Zeichen Deines Todes. Ha! hal hal ſo verrückt biſt Du, mein lieber Severin! Biſt Du wohl jemals etwas anderes als eine feige Memme geweſen, wenn es ſich darum handelte, über einen ſolchen Feind zu ſtegen?

Du wendeſt Deine Scherze ſchlecht an, Doktor. In meiner Jugend habe ich allerdings etwas von dem empfunden, was Du andeuteſt; aber bei dem vorge⸗ rückten Alter, das ich jetzt erreicht habe, und bei den Neetennsnsboſten die mir übertragen ſind, ſchickt es ſich ni... Des Doktors Antwort beſtand in einem neuen La⸗ chen, noch lauter als das vorige.

Severin wurde böſe und wandte ſich ab mit einem Geſicht, das ordentlich vor Zorn flammte.

Nun, nun, ſo beruhige Dich doch, Herzensbruder.. Paſcha der Ehre, ſei ruhig, ſage ich Dir, alter Junge, Du Zierde eines verehrungswürdigen Alters, und ſage mir jetzt, worin das andere Symptom, Deine Gedächt⸗ nißſchwäche, beſteht.

Ich ſollte eigentlich Nichts ſagen, aber wenn Du auch jetzt lachſt, ſo ſtelle lieber Deine Beſuche gänzlich ein, denn ich will mich wenigſtens nicht von meinem eigenen Arzte reizen laſſen.

Was zum Teufel willſt Du? Du ſeehſt ja, daß ich ſo feierlich bin wie ein Marſchallſtabsträger... jetzt zur Sache!

Mit ſtarker Betonung der Worte, theilte Severin den niemals erlebten Umſtand mit, daß er in einem Acten ſtück einen Fehler begangen, daß er ein bereits rein geſchriebenes Dokument verflickt habe.

Bei dieſer Nachricht ſah der Doktor wirklich ver⸗ wundert aus.