gut ſteht— aber thun Sie mir den Gefallen und nen⸗ nen Sie mich ſchlechtweg Viola, und dürfte ich zu Ihnen..“
„Um Gottes willen, ſagen Sie nur nicht Tante
V zu mir: ich bin nicht alt genug für dieſe Würde.“
*„ Dann ſage ich alſo Laura?“
Viola ſchlang ihre Arme um die neue Freundin, jetzt wie immer bereit, an das Wohlwollen zu glauben, das man ihr bezeigte.
„Gib meine Schnupftabaksdoſe her, Nicke, und laß uns dann allein.“
So ſprach der Kriegsrath, als er, in ſeinem großen Lehnſtuhl begraben, fühlte wie— trotz des ſteifen wei⸗ ßen Halstuchs, des weiten, breitſchoßigen, ſchwarzen Fracks und der drei würdevollen Runzeln, die er glück⸗ licher Weiſe auf ſeiner glatten Stirne hervorgebracht— wie, ſagen wir, trotz all dieſer feierlichen Steifheit, eine gewiſſe Verſchämtheit, Weichheit und Unruhe ſich immer näher an ihn drängte.
„Eigentlich,“ murmelte er vor ſich hin,„ſind doch eine Menge ganz kitzlicher Schwierigkeiten mit dieſer verdammten Vormundſchaft verbunden.“
„Ich hoffe,“ fügte er in Gedanken hinzu,— und das hoffte er mit wirklicher Angſt—„daß das junge Mädchen Takt genug beſitzt, um einzuſehen, daß man ſeinen Vormund nicht allzu vertraulich begrüßen darf.“
„Da kommen ſie, Herr,“ ſagte der alte Nicke, in⸗ dem er die Doſe zwiſchen die Finger des Kriegsraths ſteckte.
Aber, o welch ein dummer Einfall war das! Der beklagenswerthe Severin, welcher fuͤhlte, daß
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