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„Ich verzeihe Dir meine Charakteriſtik,“ antwortete der Pfarrer lächelnd,„aber was ich Dir nicht erlaſſe, das iſt Deine Rechtfertigung. Was haſt Du aus unſ⸗ rem Bruder Severin gemacht, da er ganz unſichtbar geworden iſt?“
„Die Sache iſt ganz einfach: heute Vormittag nimmt er nicht mehr als eine einzige Aufwartung an, und dieſe iſt die von ſeiner Mündel.“
„Hat er ſie nicht geſtern Abend ſchon empfangen?“
„Man wird ſehen,“ ſiel der Lieutenant ein,„daß, da das Dampfboot ſo ſpät kam, dieſe Perle aller tu⸗ gendhaften Männer, und Vormünder ins Beſondere, es für unpaſſend hielt, ſeinen Schützling in eigner Perſon zu empfangen.“
„Lieutenant, Lieutenant,“ murmelte der Doktor zornig, „Du biſt ein höchſt naſenweiſer Junge. Gehe Dei⸗ nes Wegs— ich bleibe lieber allein mit Deinem Vetter.“
„Aber ich, der ich den ganzen Vormittag nirgends etwas zu ſchaffen habe, bekomme, Parole d'honneur, vor Langeweile einen Schlafanfall, wenn Du mich fortweiſeſt. Ich verſpreche, wie ein gutes Kind zu ſchweigen, wenn ich nur hören darf.“
„In allen Fällen,“ fügte Lars Moritz hinzu,„fürchte ich, daß in ſeiner Naſeweisheit irgend eine Wahrheit lag. Nicht wahr, Doktor, Severin ſchickte den alten Nicke und ſeine liebenswürdige Schwägerin hin, um das Kind zu empfangen?“
„Er hatte eine leichte Bruſtentzündung, die ihn zu Hauſe hielt,“ meinte der Doktor, lachte aber dabei ſo, daß ihm die Thränen in die Augen kamen.
„Und da ſie gut anlangte, ſo verhinderte ihn ver⸗ muthlich derſelbe Unfall, ſie noch zu ſehen, Abends um..“
„Abends um 11 Uhr, ja das verſteht ſich. Der
größeren Sicherheit wegen hatte er ein Fußbad ge⸗
nommen.“
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