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„Und gilt dieß auch mir? ich kenne noch einen andern Weg als dieſen hier.“
„Damit verhält es ſich gleichwohl nicht wie mit den Wegen nach Rom, die alle zum Ziele führen; denn an der Gartenthüre findeſt Du den alten Nicke, der ſeine Blumenſtengel aufbindet. Er iſt noch ſchlimmer als Cerberus.“
Alle drei Herren wandelten bald miteinander die Straße hinauf.
Lieutenant Marbin brach das Schweigen zuerſt.
„Sie ſoll geſtern Abend ſpät angekommen ſein, die kleine Abenteurerin.“
„Hoͤr einmal, Lieutenant,“ verſetzte der Doktor mit einer ordentlich ungenirten Miene,„wenn Du Dir noch einmal eine ſolche Phraſe erlaubſt, ſo zerſchlage ich mei⸗ nen Stab auf Deinem Rücken, weißt Du auch, daß Du ein nichtsnutziger Schlingel biſt?“
„Und Sie, Onkel, ſind ein zu alter Kenner, um ſich einzubilden, daß Sie noch jung genug ſeien, den Be⸗ ſchͤtzer einer Dame zu ſpielen.“
„Mein Sohn Charles, jetzt finde ich, daß ein Stock nicht ausreicht— glücklicherweiſe kann ich über zwei gebieten, im Fall Du zweifelſt, daß ich noch den Beſchützer eines unſchuldigen und liebenswürdigen Mäd⸗ chens zu ſpielen vermag.“
„Hol mich der Teufel, was die alten Damenhelden für Muth haben, wenn ſie ſich in Sicherheit wiſſen... nun, nun, Herzensonkel, wir wollen Frieden ſchließen, ehe Lars Moritz die Ermahnung vollends ausgedrechſelt hat, die ich auf der Spitze ſeiner langen, jederzeit re⸗ ſpektabeln Naſe gewahre.“ 4
„Ja, ja, Lars Moritz iſt ſehr ſtark in der Mimik und wenn er die Oberlippe hervortreten läßt, und den Zeigefinger auf die linke Augenwimper legt, ſo kann man ſicher ſein, daß er irgend einen Schlingel beim
Kragen zu faſſen beabſichtigt!“
Der Vormund. I. 11


