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Freund Charles, ſtehſt Du auf der Lauer! Aber geh' nur heimn, mein Sohn, und ſchlaf den Rauſch Deiner Hoffnungen aus— Du könnteſt ſonſt ein Fieber vor Ungeduld bekommen, ehe die Reihe an Dich kommt.“
„Ah bah!“ antwortete der Lieutenant, indem er an ſeine Taſche ſchlug,„der Pfarrer weiß, daß ich in Ge⸗ ſchäften da bin.“
„Geh gleichwohl Deines Wegs, junger Mann, denn das iſt kein Tag für... Rechtsumkehrt Euch— marſch!“
„Unmöglich!“ meinte der Pfarrer.„Zwei Jahre lang hat Severin alle Vormittage an ſeinem Schreib⸗ tiſch geſeſſen, und ebenſo regelmäßig wie eine gut auf⸗ gezogene Uhr hat er in dieſen Stunden ſeine Clienten angehört.“
„Aber heute,“ fuhr der Doktor fort,„merkt euch das, meine Herren, heute iſt die Uhr von ſelbſt ſtehen geblieben oder iſt ſie gar nicht aufgezogen worden.“ Bei dieſen Worten eilte Lars Moritz die Treppe hinan.
Der Lieutenant folgte ihm.
Der Doktor ſtand unten und läͤchelte.
An der Thüre zum Arbeitskabinet des Kriegsraths mar ſein Name zierlich auf eine Meſſingplatte gravirt u leſen.
4 Aber heute— zum erſten Mal ſeit ſeiner Ankunft in der Stadt— befanden ſich unter der Platte folgende Worte:
„Iſt vor Morgen um dieſelbe Zeit nicht zu Hauſe zu treffen.“
Der Pfarrer eilte eben ſo ſchnell die Treppe hinab, als er hinaufgegangen war.
„Um Gotteswillen, Doktor, das iſt ein ſchrecklich merltwirdiger Umſtand— er iſt doch wohl nicht ernſtlich rank?“
„Nein, aber er iſt verhindert,“ verſetzte der Doktor lakoniſch.
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