„Gut, gut,“ meinte der Doktor lachend.„Man kann ihm ja ſein kleines unſchuldiges Vergnügen, als ein origineller Mann angeſehen zu werden, wohl gön⸗ nen,— er iſt es auch in Wirklichkeit— aber er ſoll ſich dadurch nicht ſelbſt um's Leben bringen. Ich ſorge ſchon ſelbſt für meine Patienten.“
„Nicht er, ſondern ſeine zärtliche Frau Schwägerin iſt es, die ſich dieſe Mühe nimmt, und gewiß nicht, weil ſie wirklich den Wunſch hegen könnte, ihn vor der Zeit in die Ewigkeit zu befördern, ſondern blos, weil ſie ſich ſelbſt ganz unentbehrlich zu machen trachtet. Aber ſei ruhig, Doktor, ich nehme die Sache auf mich. Morgen ſoll er mit uns zu Nacht ſpeiſen..
4.
Herr und Diener.
Am folgenden Morgen finden wir Severin wieder in ſeinem Arbeitszimmer.
Dieſes Zimmer mit dunklen Tapeten und langen, dunkelgrünen Kattunvorhängen iſt nicht viel kleiner als der Salon. Es hätte all der Beſucher wegen eigent⸗ lich viel größer ſein ſollen.
Aber ſtatt mit Blumentöpfen und Kübeln für prächtige Pflanzen waren die Wände hier von unten bis oben mit Büchern und Actenſtücken bedeckt, und ſechs bis ſieben Tiſche lagen voll von Rechnungsfolian⸗ ten, Zeichnungen und Papierhaufen.
Es war ungefähr elf Uhr.
Bis zu dieſer Stunde ließ ſich Severin niemale
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