ſtören, und man hatte eine ſo große Achtung vor ſeiner
„als Perſon und ſeinen Gewohnheiten, daß es Niemand ein⸗ gön⸗ fiel, ihn zu einer andern Zeit, als zu der beſtimmten, r ſoll von elf bis drei Uhr, zu beläſtigen. ſorge Unſer Held ſitzt jetzt an einem großen, länglichen, mit grünem Tuche überzogenen Tiſche und läßt die Fe⸗ gerin der über das Papier hinraſcheln; er ſieht kränker aus, nicht, als am Abend zuvor, wo der röthende Schein vom or der Ofen ſich auf ſeinem Geſicht abſpiegelte, das noch über⸗ weil dieß in Folge der ſieberhaften Ungeduld, womit er ſeine ichtet. Leichenrede zu hören verlangte, eine ſtärkere Farbe mich. hatte.
Jetzt war Severin's von Natur blaſſe und äußerſt ſeine Farbe noch blaſſer durch eine gänzlich ſchlafloſe
acht.
Seine dunkelblauen Augen von unbeſchreiblich durch⸗ ſichtiger Klarheit drückten eine tiefe Betrübniß und Nie⸗ dergeſchlagenheit aus, und wenn er zuweilen mit ſeiner weißen Hand in den weichen Wogen eines kaſtanien⸗ braunen Haares herumſtrich, ſah man deutlich, daß ſeine ſonſt glatte Stirne an den Augenbrauen eine Falte erhalten hatte.
Welcher Schmerz war in dieſer Woche entſtanden und hatte dieſe tiefe Betrübniß in ſeine Augen gelegt?
leder Es war ein zweifacher Schmerz geweſen. Der erſte beſtand aus der Beſtürzung, welchen der gen, Schluß der Leichenrede hervorgerufen hatte. als Sich, wenn auch nur unter vier Augen mit einem ent⸗ Freunde, in ſeiner innerſten Seele durchſchaut zu ſehen, dann zu denken, daß gewiſſe Schwachheiten vor dem für Publikum entſchleiert werden ſollten, für welches man nten ſie geſchickt genug hatte verdecken können, und endlich und fürchten zu müſſen, daß das Gerücht Etwas zu einer
an⸗ Lcherlichkeit machen würde, was eine erhabene Kraft oder wenigſtens eine erhabene Thorheit hätte ſein kön⸗
nen— Alles das iſt nicht angenehm. als Und in ſeiner Würde verletzt zu werden— für Se⸗


