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Nein, das konnte gar nicht ſchwer ſein, mit einem Manne, der überdieß ſo erhabene, ſo ſchoͤne Gedanken vom Weib hatte, und endlich Einbildung genug beſaß, um das wirkliche Vorhandenſein einer Krankheit, die ihm bisher durch die bereits erwähnte allgemeine Ner⸗ venſchwäche vorher verkündigt war, anzunehmen und ſich davon überzeugen zu laſſen.
Frau Laura liebte ihre Kinder, ihre prächtigen kleinen Liebesgötter, mit einem unvernünftigen Ent⸗ zücken, und ſie beabſichtigte daher alles zu thun, was eine Frau mit ihren leichten Grundſätzen überhaupt thun konnte, um ihnen und ſich ſelbſt das große Erbe zu ſichern, das ihr Onkel einſt hinterlaſſen mußte.
Sie begann damit, daß ſie ihren Schwager ſorg⸗ fältig ſtudirte, und das Ergebniß ihrer Forſchungen war, daß er ihr zwar ohne Zweifel nie den Verdruß machen werde, ſich zu verheirathen, daß es aber gleichwohl am ſicherſten ſein dürfte, dieſe Gewalt zu begründen, der zu entfliehen er nicht mehr wünſchen könnte.
Und gleichwohl war dieſe zartſinnige Schwägerin nicht ſchlecht,— ſie liebte ihren Schwager ſogar— aber ſie war neidiſch auf ihn, und dieſer Neid ging ſo weit, daß er Aehnlichkeit mit der Schlechtigkeit gewann.
Nachdem ſie die kleinen Schwachheiten des Chren⸗ mannes ſo zu ſagen hin und hergedreht, beſchloß fie, ihn an ſeiner Kränklichkeit und Einbildung zu faſſen.
Sie ſtellte ſich daher, als ob ſie ihm verbergen wollte, wie gefährlich ſein Uebel eigentlich ſei.
Aus Furcht, er möchte ſich erkälten, wickelte ſie ihn dermaßen ein, daß er beinahe erſtickte, und ſie be⸗ wies ihm ſyſtematiſch, daß er jeden Abend, wo er außer dem Hauſe geweſen, namentlich bei dem Pfarrer oder Doktor(ihre beiden äußererſten Antipathien) in bren⸗ nendem Fieber zurückgekommen ſei.
Aber nicht genug mit dieſen Wiederholungen, die⸗ ſen Vorſichtsermahnungen, dieſen unaufhoͤrlichen Be⸗


