Teil eines Werkes 
1.-3. Bändchen (1851)
Entstehung
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trotz ſeines angeborenen Mißtrauens gegen daſſelbe ver⸗ ließ es ihn niemals auf ſeiner öffentlichen Laufbahn.

Dieſe Art von Gunſt des Glückes genügte jedoch nicht, ihn zufrieden zu ſtellen.

3 Severin wurde von zwei Arten von Ehrgeiz ver⸗ zehrt.

Die eine, welche die Freundſchaft aufdecken konnte, beſtand in einem unglückkichen, unüberwindlichen Ver⸗ langen, von Andern bemerkt, zum Gegenſtande des Ge⸗ ſprächs gemacht, geprieſen und erhoben zu werden, mit einem Worte, von ſich reden zu machen.

Aber da er das Ziel dieſes Strebens bei ſeinen Dienſtverhältniſſen nicht erreichen konnte, wo es ihm blos gelungen war, ſich Achtung und Liebe zu verſchaf⸗ fen, ſo führte er einen Beſchluß aus, der wenigſtens auf kurze Zeit ſeinen geheimen Wunſch erfüllte.

Dieſer Beſchluß beſtand darin, daß er, 44 als er zum Kriegsrath ernannt worden war, n s ihm Je⸗ dermann vermöge ſeiner Brauchbarkeid, und anderer Verdienſte eine glänzende Laufbahn prophezeite, ganz plötzlich ſeinen Abſchied nahm.

Jetzt endlich konnte er den ſo lang erſehnten Aus⸗ ruf hören:

Wie bizarr, wie eigen, wie originell er iſt! Kann man ſich etwas Wahnſinnigeres denken, als mit der Arbeitskraft von zehn gewöhnlichen Perſonen ein Ziel anzuſtreben, und, nachdem man es erlangt und einige Stunden genoſſen hat, es einem Nachfolger zu überlaſſen, der nicht einmal darauf vorbereitet war? 4

Der arme Severin!

Er bezahlte den flüchtigen Triumph mit Stunden der Reue, denn es war jetzt aus mit ſeiner Beamten⸗ laufbahn.

Aber da ſeine Geſundheit jedenfalls durch die gro⸗ ßen Anſtrengungen gelitten hatte man kannte nicht den hundertſten Theil der Arbeit, die er auf ſich ge⸗ nommen, um reich zu werden ſo verſöhnte er ſich