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Der Kriegsrath ſeufzte. „ Aber dieienige Schwachheit, die wir vielleicht am tiefſten beklagen— weil ſie uns die unbegreiflichſte iſt, bei einem Mann von ſo praktiſchem Sinn— war ein gewiß unſchuldiges, aber dennoch mißliches Streben allen andern Menſchen ungleich zu erſcheinen: er wollte für einen Mann von vielen Eigenheiten angeſehen werden, und um..“
„Kein Wort mehr!“
Der Kriegsrath erhob ſich mit einer Kraft, welche zur Folge hatte, daß Polſter und Filsdecken um ihn her über einander fielen.
In dieſem Augenblick wurde die Thüre von einem
Seitenzimmer aus geöffnet.
Eine Frau trat ein. Aber bevor ſie an Ort und Stelle kam, hatte der Pfarrer ſeine Leichenrede bereits wieder in ſeine Taſche geſteckt.
2.
Frau Laura.
„Mein Gott, welche Unvorſichtigkeit,“ rief mit beinahe herzzerreißender Stimme die Eintretende und eilte auf den Ruheſtuhl zu, in welchen der Kriegsrath jetzt ganz kraftlos zurückſank.
„Meine beſte Laura,“ murmelte er beinahe demüthig
„Mein guter Schwager, mein theurer Severin— Frau Laura führte die Hand an die hellen Augen— iſt es auch recht, daß Du Deine Schwäche ſo vergiſſeſt? Ach, Du ſtürzeſt mich in Verzweiflung: Du bringſt
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