Teil eines Werkes 
1.-3. Bändchen (1851)
Entstehung
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ßiger gehörte, zeigte ſich unter der weißen Greiſen⸗ mütze.

8g das merkwürdigſte war, daß dieſes Geſicht, abgeſehen von einer leichten Fieberröthe, nicht das min⸗ deſte Zeichen von Kränklichkeit verrieth. Und die Ela⸗ ſtizität, womit die ſcheinbar halbtodte Geſtalt ſich aus dem Stuhl aufrichtete, ließ ebenſo wenig auf körper⸗ liches Leiden ſchließen.

Der Mann war auch eigentlich nicht krank.

Auch war er kein Charlatan, noch weniger ein Narr oder Schwärmer nein er war ſo weit davon entfernt, daß er juſt wegen ſeiner einfachen Verſtandes⸗ klarheit, wegen ſeines Geſchäftsgenies von allen Arten von Leuten aufgeſucht und angegangen wurde.

Den Schluͤſſel zu dem Räthſel, das ihn zum Pa⸗ tienten machte und Veranlaſſung gab, daß er ſich ſelbſt als einen ſolchen anſah, werden wir bald finden.

Ich ſage Dir, wiederholte der Pfarrer Horner,

daß ich nie etwas Tolleres gehört habe, als dieſe

Laune. Glaube mir, Bruder, das iſt der aufgelegte Wahnſinn.

Gewiß nicht, mein Freund, antwortete der Kranke; ich würde mich ſo glücklich ſchätzen, zu wiſſen, was man an meinem Begräbnißtag von mir zu hören be⸗ kommen wird, denn ich bin überzeugt, daß Deine Ehr⸗ lichkeit Dir nicht erlaubt hat zu..

Sei ruhig: an dieſer Leichenrede, die Du mit Deinen leiblichen Augen lieſeſt, wird ob ſie nun hier im Trauerhauſe vor der Beerdigung, wie es be⸗ abſichtigt iſt, oder in der Kirche gehalten wird nicht ein einziger Buchſtabe verändert werden, für den Fall, daß ich ſie vortrage. Ich habe kein Wort ohne meine vollſtändige Ueberzeugung geſagt. Das einzige, was noch hinzu kommt, iſt Dein unerklärlicher Einfall, dieſe Rede ſelbſt hören zu wollen.

Sag mir aufrichtig Deine Anſicht über dieſen meinen Wunſch.

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