Teil eines Werkes 
1.-3. Bändchen (1851)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Erlaß mir das, ich habe Dir einzig und allein darum Deinen Willen gethan, weil meine Weigerung Deine Manie noch verſchlimmerte.

Manie? Lars Moritz, Du..

Gut, ich kenne Deine Gedanken, aber ich bin in gewiſſen Fällen ein wahrer Thomas; Deine Schwägerin iſt dagegen um ſo gläubiger.

Du haſt doch immer etwas über dieſe ſo achtungs⸗ werthe und vortreffliche Frau zu bemerken, die ihre Jugend der Pflicht gegen ihre Kinder und gegen einen alten breſthaften Junggeſellen opfert, der kein anderes Verdienſt beſitzt, als daß er der Bruder ihres verſtor⸗ benen Mannes iſt..

Und der Inhaber eines beneidenswerthen Ver⸗ mögens.

Still, Lars Moritz, Du beleidigſt mich in ihr... Du kennſt ſie nicht.

Aber Du kennſt ſie gut genug, ſonſt hätteſt Du ſie ſicherlich geheirathet.

Was faͤllt Dir ein ſollte ich mich jetzt ver⸗ heirathen, da ich nicht einmal in meiner Jugend je dar⸗ an gedacht habe?

Ach Du junger Greis, wie kläglich iſt es, Dich anzuhören! Ich zähle ein und vierzig Jahre, habe zweimal das Unglück gehabt, Wittwer zu werden, und bin noch immer bereit, wieder zu heiratben, ſobald Du mir eine Mündel vorzuſchlagen haſt. Ohne Frau zu leben, das iſt grade, wie wenn man ohne Sonne lebte.

Der Kranke that, als höre er nicht.

Nach einigen Augenblicken äußerte er:

Wenn es Dich nicht allzuſehr beläſtigen würde, mein Bruder, ſo möͤchte ich mir als die größte Gefäl⸗ ligkeit ausbitten, die Rede von Deinen eignen Lippen hören zu dürfen. In ſechs Monaten, wenn die Bäume verwelkt ſind, die noch nicht einmal zu grünen begon⸗ nen haben, wirſt Du ſie zum zweiten Mal verleſen. Und an Dich wenden ſich alle klugen Leute, und