Teil eines Werkes 
1.-3. Bändchen (1851)
Entstehung
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oder téte-à-tète mit alten Freunden und Bekannten befand, da ſah man ohne Mühe, daß gar mancher ſchalkhafte Gedanke hinter den ſchönen Johanneslocken derſelben Stirne geſpielt hatte, und daß mancher leichte Scherz über dieſe Lippen gegleitet war, welche ſich viel⸗ leicht auch nicht immer mit abweiſender Strenge von den Verſuchungen abgewandt hatten, die, um mit einem alten Schriftſteller zu ſprechen, durch Herrn Bachus und Frau Venus auf eine gar gefährliche Art bereitet werden.

Aber im gegenwärtigen Augenblick ſah man nichts, was an den Seelſorger oder den luſtigen Kameraden erinnerte.

Man entdeckte vielmehr auf ſeinem Geſicht den bekümmerten Ausdruck eines Freundes, der um einen Freund leidet..

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Während der Pfarrer die Aeußerung vollendete, womit wir unſere Erzählung begonnen haben, zog er einige zuſammengelegte Papiere aus ſeiner Taſche.

Dieſes kleine Heft die Bogen waren ordentlich mit ſchwarzer Seide zuſammengeheftet gab er nicht ohne eine gewiſſe Regung von Bedenken einem Mann, der ungeduldig die Hand vorſtreckte.

Von dieſem Mann wollen wir jetzt ſprechen.

Aber zuerſt einige Worte von der Umgebung.

Das Zimmer, wo die beiden Männer ſich befanden, war trotz des milden Aprilwetters ſo ſtark geheizt, daß Niemand außer ſeinen dermaligen Bewohnern ohne Klappen und Ventile es eine Viertelſtunde hätte darin aushalten köoͤnnen.

Dabei hatte die Luft in dieſem Salon denn es war ein ſolcher, und zwar nicht einmal von kleiner Dimenſion eine ſo erſtickende Waͤrme, daß man Kopfweh bekam, wenn man nur den Kopf zur Thüre hineinſteckte.

Dieß kam daher, daß der Eigenthümer ein leiden⸗