1. Die Leichenrede.
„Nun wohl, da bin ich ja. Da Du es ſo gewollt haſt, mein Bruder, ſo habe ich Deinen Wunſch erfüllt; aber auf Ehre und Seligkeit, ich habe nie etwas Ori⸗ ginelleres gehört.“
Die Perſon, welche dieſe Worte ſprach, war der Pfarrer der Stadt.*)
Wir wiſſen nicht, in wie weit der Pfarrer irgend einen beſonderen Grund hatte, auf die Gemeinde, die ihn gewählt, ſtolz zu ſein; aber daß die Gemeinde da⸗ gegen allen Grund hatte, in Betreff ihres geiſtlichen Hirten ein ſo weltliches Gefühl zu hegen, das wiſſen wir von zuverläſſigen Zeugen..
Der Pfarrer, Herr Lars Moritz Horner, trug auf ſeiner vierzigjährigen Stirn eine wahrhaft erzbiſchoͤfliche Würde, nota bene wenn er in Ausübung ſeines Amtes begriffen war.
Aber wenn er ſich in gewöhnlichen Verhältniſſen
*) Wenn wir es unterlaſſen, den Namen der Stadt anzu⸗ führen, wo die Handlung ſich größtentheils zutraͤgt, ſo geſchiebt dieß blos darum, weil wir auf dieſe Art jeder Anſchuldigung, als ob wir in unſerer Geſchichte gewiſſe noch lebende Perſonen eingeführt hätten, aus⸗ zuweichen hoffen.


