Teil eines Werkes 
4.-6. Bändchen (1845)
Entstehung
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Dir Blei in den Kopf ſchießen laſſen, damit er nicht mehr ſo leicht iſt.

Mein Kaiſer! Sie werden immer das Recht haben, dieſen Prozeß mit mir vornehmen zu laſſen, wenn es Ihre Anſichtsweiſe iſt.

Ja, es iſt meine Anſichtsweiſe, erwiderte Na⸗ poleon.Für den Augenblick gehe zu Deinem Corps zurück und mache, daß ich von Dir nicht mehr ſprechen höre als in Gutem.

Romeuf verließ Saint⸗Cloud, und kam in hellem Laufe zur Kriegsſchule zurück.

Bonneville, ſo wie er von der Rückkunft Romeufs wußte, ſuchte den Tambour auf ſeinem Zimmer auf und hier ſagte er ihm vor mehreren ſeiner Kameraden:

Ja Romeuf, wenn Sie mir im Grade gleich ſtän⸗ den, ſo würde ich nicht zögern, Ihnen mit dem Säbel in der Fauſt über das Recht zu verſchaffen, was jüngſtens auf dem kleinen Manufakturpoſten zwiſchen uns vorgefallen iſt; aber ich war Ihr Vorgeſetzter, wie ich es jetzt noch bin, und Sie haben mir nicht gehor⸗ chen wollen: mein Pflichtgefühl gebot mir, Gewalt anzuwenden, und ich mudte deßhalb Hand an Sie legen. Aber Ihnen den Schmerz zu ſagen, den ich nachher fühlte und den Zorn, den ich gehabt hätte, wenn die Sache ein übles Ende genommen hätte, das iſt unnütz, und überdieß wiſſen Sie es bereits. Ich will mich alſo in Gegenwart unſerer Kameraden ein⸗ fach bei Ihnen entſchuldigen, und Sie vor Ihnen um Ihre Hand bitten, Herr Romeuf.

Indem Bonneville dieſe Worte ſagte, trat er vor und reichte dem Tambour die Hand.

Braver Sergeant! riefen die Zeltkameraden. Ohne zu antworten, warf ſich Romeuf Bonneville in die Arme, und alle beide hielten ſich eine Zeit lang feſt umfaßt, Romeuf rief alsdann voll Begeiſterung:

Ach Bonneville! wenn doch die ganze Welt die gleiche Anſichtsweiſe hätte, wie Siel⸗