Teil eines Werkes 
4.-6. Bändchen (1845)
Entstehung
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welcher man ihn, wie er wußte, auf den Platz Gre⸗ nelle führen ſollte, war er etwas aufgeregt auf und ab gegangen; aber nachdem die Zeit verlaufen war, ohne daß Etwas rings um ihn her anzeigte, der unglückſelige Augenblick ſei gekommen, hatte ſich dieſe Aufregung allmählig gelegt, und er legte ſich mit Sonnenuntergang nieder, indem er ſagte:

Man wird die Anſichtsweiſe geändert haben; es wird morgen los gehen. Er ſchlief ein, aber nicht ohne manchmal zu träumen, daß man ihn erſchieße. Auch am Morgen beim Aufwachen, wo er nicht gewiß war, ob er nicht ſchon todt ſei, betaſtete er ſich mehr⸗ mals. Seine Glieder hatten keine Verletzung erfah⸗ ren, er hatte die Gewißheit, daß er noch ein Kind dieſer Welt ſei. Getröſtet durch dieſe Idee, war er ſo eben mit ſeinem Anzuge fertig, als der General plötzlich zu ihm trat und die kurzen Worte an ihn richtete:

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Romeuf ſtieg in das Gefährt Michelins, welches ſie beide nach Saint⸗Cloud brachte, ohne daß der arme Tambour wußte, von was es ſich handle.

Er glaubte, er träume noch, denn der General fprach bloß ein einziges Mal mit ihm während der Tour. Dieſes war, als ſie in die Zimmer des Pa⸗ aües traten, wo Michelin in ſtrengem Tone zu ihm

agte: Sie müſſen zum Kaiſer gehen, um ihm Rechen⸗ ſchaft für Ihr Benehmen abzulegen..

Bei dieſen Worten wurde der Tambour blaß wie der Tod.

Zum Kaiſer, mein Obriſt, erwiderte er, indem er ſeine Kniee wanken fühlte;zum kleinen Korporal in Perſon?

Zum Kaiſer ſelbſt, ſage ich Ihnen.

Ahl mein Oberſt, ich will lieber innerhalb acht⸗ undvierzig Stunden von jetzt an erſchoſſen werden.