Bei dieſen Worten runzelte Napoleon die Stirne.
„In Rückſicht eines tapfern Mannes, Sire,“ fügte der General hinzu.
„Ein Schabernack von Seiten der Unteroffiziere, ich wette. Wohlanl ſprechen Sie.“
„Sire, erinnert ſich Ihre Majeſtät der braven Halbbrigade, welche ich die Ehre hatte, in Italien zu kommandiren?“
„Ja, ja, in Italien,“ unterbrach ihn Napoleon, und namentlich bei Arcole. Die zweiunddreißigſte Halbbrigade! in ihr ſind Namen, die in Ihren Ohren äußerſt angenehm klingen müſſen, mein General.“
Indem er dieſe Worte ausſprach, erheiterte ſich die Stirne des Kaiſers, was jedesmal geſchah, wenn er auf ſeine erſten italieniſchen Feldzüge zu ſpre⸗ chen kam.
„Aber, mein theurer General,“ fügte er ſogleich hinzu,„Sie holen mit Ihrer Geſchichte ein wenig weit aus. Gehen wir, um abzukürzen, auf die Hauptſache über,“ ſagte er noch lächelnd.
Michelin beeilte ſich, dieſen Augenblick zu benützen.
„Der Mann, für den ich bei Eurer Majeſtät Gnade erbitte, hat dieſe Halbbrigade nur verlaſſen, um in die Conſulargarde und von dieſer in die Ihrige einzutreten, Sir. Ihm verdanke ich, daß ich beim Uebergang über die Donau nicht von den Oeſtreichern gefangen wurde; ihm—
„Sie kommen immer auf ihre Lämmer zurück. Ueberſchreiten Sie die Donau, und gehen Sie gerade auf die Hauptſache los.“
„Vor einigen Tagen hat der arme Teufel eine kleine Aufwallung gehabt, während er im Wacht⸗ hauſe war; und in Folge einiger mit dem Sergean⸗ ten gewechſelten Worte hat er dieſen ein wenig roh zurückgeſtoßen, und das Kriegsgericht, dem ich präfi⸗ dirte, hat ihn verdammt trotz—
„Das Kriegsgericht hat vollkommen Recht gehabt,“


