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„Gehen Sie, aber bedenken Sie, der Kaiſer iſt in Saint⸗Cloud; man braucht Zeit, um zu gehen, und wieder zu kommen; und übrigens haben Sie nur noch drei Stunden.“
Eine halbe Stunde nachher war Bonneville in der Abtei. Man führte ihn in das Zimmer des Tambours, wo dieſer, ganz ruhig und reſignirt, bereits ſeine letzten Verfügungen traf, und zwar mit ſo kaltem Blute, als wenn es ſich um die Erfüllung eines ein⸗ fachen Soldaten⸗Dienſtes gehandelt hätte. Der Ser⸗ geant wagte nicht vorzutreten.
„Treten Sie näher, Herr Bonneville, haben Sie keine Furcht,“ ſagte Romeuf zu ihm, denn Sie können nicht mehr zornig ſein auf mich; unter alten Trouba⸗ dours, wie wir, und in einem ſolchen Augenblick erinnert man ſich nur der Freundſchaft, welche man gegen einander haben ſoll. Wenigſtens iſt dieß meine Anſichtsweiſe.“
Statt aller Antwort ſtürzte ſich Bonneville in die Arme Romeufs und erdrückte ihn beinahe unter einem Strome von Thränen.
„Ich würde mein Leben geben,“ ſagte der Ser⸗ geant halb erſtickt,„wenn dieſes nicht vorgefallen wäre.“
„Nun! ich gebe aber das meine,“ ſagte der Tambour, nachdem bei ihm der erſte Augenblick der Rührung vorüber war,„das wird genügend ſein.
„Ach! ich bin unglücklich!“ rief Bonneville, indem er die Hände voll Verzweiflung rang.„Aber erklären Sie mindeſtens, daß Sie mir verzeihen.“
„Wenn ich Ihnen verzeihe, Herr Bonneville, ſo habe ich ja doch das erſte Unrecht begangen. Aber Sie haben vor den Richtern eine ſo gute Anſichtsweiſe gezeigt, daß ich ein ſehr ſchändlicher Tyrann ſein müßte, wenn ich von derſelben Gebrauch machen würde. Pah! für den Augenblick bleibt die Lebens⸗ frage unter uns,—“ Romeuf brachte ſeine Rede nicht zu Ende.
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