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jetzt auch eigentlich auf einer Entdeckungsreiſe nach meiner künftigen Hälfte begriffen.“
„Und falls einer von uns für würdig befunden würde, den Beichtſtuhl einzunehmen,“ ſagte Leopold, „dürften wir dann erfahren, ob ſchon ein Schimmer von Engelfors künftiger Herrſcherin geſehen wor⸗ den iſt?
„Leider müßte ich bei einer ſolchen Beichte er⸗ klären, daß meine Augen die Holde noch nicht ge⸗ ſchaut haben, welche mich dazu veranlaſſen könnte, von der Frucht der Erkenntniß zu koſten.“
„Von was ums Himmels willen ſprichſt Du, mein lieber Reinhold?“ fragte die Probſtin etwas neugierig.
„Von der natürlichſten Sache, die einem Jung⸗ geſellen einfallen kann, meine beſte Tante, wenn er ſich, wie ich, an der Seite von verlobten Leuten be⸗ findet... aber à propos, ich glaube, die Tante hat! die traurige Geſchichte noch nicht erzählt, die wir in Marks Wirthshofe hörten?“
„Ach das hätte ich ganz vergeſſen— aber es iſt leider Gottes keine Freudenbotſchaft, da der Ort ſo nahe bei Hillinge liegt.“
„ Von was iſt denn die Rede?“ fragte man all⸗ gemein.
„Das werdet ihr bald hören. Ehe ich aber beginne, will ich fragen, ob die Herrſchaften wohl wiſſen, daß die Pocken im Kirchſpiele ſind?“
„Nein, liebe Tante Ebba; wir waren an dem letzten Sonntage nicht in der Kirche und wiſſen alſo nichts Näheres von dieſem Gerücht, das, wie wir flüchtig gehört haben, einigen Grund hat.“
„Gott laſſe Euch nicht eine ernſtere Kunde davon zukommen! Das Gerücht iſt nur zu wahr. In Mark, das wir vor einigen Stunden verließen, waren wir beinahe Augenzeugen von einer ſehr traurigen Bege⸗ benheit. Die Tochter des Hauſes war mit einem


