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Des Weibs Geduld kann nie zu weit gehen. Denn weiter geht ſie nie, Als jeden Tag der Mann vollauf bedarf.
in Anwendung bringen könnte.
Es war jetzt ein kurzes Stillſchweigen eingetreten. Die Mädchen ſtrickten verzweifelt weiter. Der Audi⸗ tor ließ ſeine Blicke ſehr oft nach einigen auf der Wieſe arbeitenden Mägden hinüberſchweifen, die in ihren weißen Hemdärmeln, kurzen Röcken und üppig herabhängenden Zöpfen, recht maleriſch ausſahen, be⸗ ſonders wenn ſie dazwiſchen auf den friſch aufgethürm⸗ ten Heuhaufen ausruhten. Der Landeskämmerer, der kein ſo großer Schönheitskenner war, nippte an ſei⸗ nem Punſchglaſe, während er ſich damit unterhielt, Wilhelms große Dogge abzuzeichnen. Ehe Eines von der Geſellſchaft den Gegenſtand wieder aufgenommen oder einen neuen begonnen hatte, öffnete ſich die Saal⸗ thüre und die Profeſſorin M., eine würdige, ange⸗ nehme Frau, trat auf die Terraſſe heraus, und nickte den jungen Leuten freundlich zu. Auf ihren Lippen lag ein wohlwollendes Lächeln, das ihre Freude und ihren Stolz beim Anblick der ſchönen Gruppe ausſprach.
„Ach, Mama kommt eben recht!“ rief Roſa; „Mama ſoll uns ſagen, ob Wilhelm oder Leopold einen abgeſchmacktern Satz aufgeſtellt hat, oder wer am meiſten Grund hat, von ihrem Extrem zu befürch⸗ ten, Julie oder ich.⸗
„Vortrefflich, mein Bräutchen,“ rief Wilhelm ver⸗ gnügt, veinen beſſern Richter können wir nicht bekom⸗ men.“ Er ſprang auf, holte einen Lehnfluhl vom Saale heraus und führte ſeine künftige Schwieger⸗ mutter artig nach ihrem Platze, worauf er zu ſeinem eigenen zurückkehrte, und die Frage an die Uebrigen falhte⸗ wer von ihnen die Anklagepunkte vorbringen ollte.-.
„Natürlich ich,“ meinte Roſa, indem ſie einen feierlichen Ernſt annahm.„War ich es nicht, mein


