Teil eines Werkes 
1.-3. Bändchen (1845)
Entstehung
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ſind einige kleine Vorzüge erforderlich: weniger Schön⸗ heit als guter Ton; dieſer aber verbunden mit dem glücklichen Talent, ſich gut zu kleiden und zu tragen, die neueſten Moden vor allen Andern zu haben, und endlich ſich mit Leichtigkeit über jeden bekannten und unbekannten Gegenſtand ausdrücken zu können, der an andern Orten und beſonders in der Hauptſtadt zur Tagesordnung gehört. Dieß Alles gibt Einem das ausſchließliche Recht, ſich als die vornehmſte Zierde des Bezirks oder Städtchens anzuſehen.

Bei den fraglichen Damen war jedoch etwas mehr vorhanden; ſie hatten ſich nicht ſelbſt zuLöwinnen⸗ aufzuwerfen geſucht, ſondern es war allmälig ſo ge⸗ kommen. Züchtigkeit wahrte die Reize, welche ſie um⸗ ſpielten, und wies ihnen einen Platz zu, den fie auch in einem größern Kreiſe errungen haben würden. Die reizende Roſa war beſonders wegen ihrer Liebenswür⸗ digkeit und Grazie berühmt, während Julie die ältere Schweſter um ihres reifern Verſtandes, und beide um ihres Vermögens willen, geprieſen wurden.

Was die Herren Bräutigame betrifft, ſo hatten

ſie wenigſtens drei gemeinſchaftliche Verdienſte: ein männliches Aeußeres, ein geſetztes Benehmen und ſo ziemlich Einkünfte genug, um nicht ein Weib des Gel⸗ des wegen ſuchen zu müſſen. In manchen andern, oder vielmehr in allen andern Fällen waren ſie von einander verſchieden, was am beſten aus der Fort⸗ ſetzung hervorgehen wird.

Jedermann ſagte und wenn Jedermann Etwas ſagt, ſo wird es glaublich daß man ſich gar keine paſſendere Partieen denken könne. Die jungen Leute ſelbſt huldigten natürlich dieſer Ueberzeugung am mei⸗ ſten; denn die freie Wahl der Liebe hatte die Haupt⸗ rolle bei den eingegangenen Verbindungen geſpielt. Auch klopften ſelten vier glücklichere Herzen, als die ihrigen, wenn ſich an den Samſtag Nachmittagen die beiden Bräutigame von ihren Beſchäftigungen in der