—— Zis in den Tod.
Novellette von Emilie Carléen.
1.
Ueber dem weißen Sonnendache, welches ſich über die vordere Terraſſe des Landhauſes der verwittweten Profeſſorin M. ausſtreckte, war vor einigen Jahren an einem Samſtag Abend eine liebliche Gruppe zu ſehen. Es waren zwei verlobte Paare, die jungen Töchter der Profeſſorin und die Bräutigame derſelben. Alle vier ſaßen um einen kleinen runden Tiſch, und wenn ſie ſich vorwärts neigten, was alle Augenblicke geſchah, ſo bildeten die vier ſchönen Köpfe, die dadurch in Berührung mit einander kamen, ein Gemälde, deſſen Effekt dadurch nicht gemindert wurde, daß eine große dunkelbraune Dogge ihre Vordertatzen auf die einzige offene Seite des Tiſches legte, während ſie ſich mit dem rechten Ohr vertraulich an einer zarten und vollen Schulter rieb, welche der jüngſten der Damen ange⸗ hörte. Ueber das Ganze goß ſich der rothe Farben⸗ ſchimmer einer hinabſenkenden Sommerſonne.
Die Fräulein M. hatten ſchon lange die Celebrität beſeſſen, welche man auf dem Lande gewöhnlich den⸗ jenigen ertheilt, die mit einer gewiſſen Prätention auftreten. Um dieß jedoch mit Erfolg thun zu können,


