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Der Stellvertreter : ein humoristisches Familiengemälde ; fünf Theile / von Emilie Flygare-Carlén
Entstehung
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dürfte, ſo möchte ich mir eine beſondere Gnade und Gunſt von dem Herrn Schwiegervater ausbitten.

Sprechen Sie es aus, Herr Schwiegerſohn! fordern Sie Alles, was Sie wollen, nur nicht, daß ich da bleiben ſoll, ſagte der Poſtinſpektor, der innerlich froh war, die Sache auf eine ſolche Art los zu werden.Ich ſtehe in großer Verbindlichkeit gegen Sie, und es ſollte mich ſehr freuen, wenn ich eine Gelegenheit bekäme, um dies be⸗ weiſen zu können.Nun wohl, mein beſter Schwieger⸗ vater, begann Sterner, deſſen Blicke ſich wieder aufhell⸗ ten,laſſen Sie alſo Mamma auf einige Zeit bei uns. Wenn Alles glücklich überſtanden iſt, kehrt ſie nach L zurück.Ei, ſind Sie toll, Herr Bruder! meine Alte da laſſen! rief der Poſtinſpektor erſtaunt.Sie, von der ich nie getrennt war, die die die, kurzum Gott verzeih' mir, daß ich einen ſo dummen Ausdruck gebrau⸗ chen muß, wie der Herr Bruder geſtern die Hälfte mei⸗ nes Weſens? beſſeres Weſen ſag' ich nie. Höre, Rigitza, mein Schatz, ſagte er mit einer Art Rührung,willſt Du Dich von mir trennen?

Frau von Spalden ſchwieg und deutete nur auf Au⸗ guſte, die unter heftigen Thränen ihre Arme bittend gegen ihn ausſtreckte.Mein Vater! o mein Vater! verzeih mir! ich bin nicht ſchlimm. Es war geſtern das Erſte⸗ nal, und es ſoll auch das Letztemal ſeyn, daß ich von den Lehren abweiche, die Sie mir gegeben haben.

Dies wirkte mehr, als alle Bitten, ſein ſchon etwas bewegtes Herz erweichte.Auguſte, mein Kind, komm' an das Herz Deines Vaters, er ſoll nicht in Dein Haus gekommen ſeyn, um Dir Kummer zu verurſachen. Er küßte ſie auf die Stirne und wiſchte ihr die Thränen ab.

So tröſte Dich jetzt; Du warſt immer ein gutes Kind. Ein bischen verzogen biſt Du zwar von Deinem Manne worden; aber nie wirſt Du ein böſes Weib wer⸗ den, das weiß ich mit Sicherheit; und als einen großen

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