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Beyweis, den größten, mein Kind, den ich Dir von meiner väterlichen Liebe geben kann, will ich um Deiner Thränen unnd der Bitten Deines edlen Mannes willen Deine Mutter hier laſſen.“— Jetzt weinte Auguſte Freudenthränen an der Bruſt des Vaters, und eine Minute ſtillen, heiligen Friedens trat ein.—„Mein Kind,“ ſagte der Poſtinſpek⸗ tor und ſtand auf,„meine Tochter, meine geliebte Au⸗ guſte, wir ſcheiden jetzt vielleicht für dieſes Leben. Wenn Du künftig glücklich ſeyn willſt, ſo verachte nicht die Leh⸗ —ren Deines alten Vaters; ſey ein gutes und unterthäniges Weib, wie Deine Mutter mir war.“
„Mein lieber, guter Vater, ich werde es immer ſeyn!“— Der Greis legte ſeine Hand ſegnend auf ihr Haupt; dann ſchüttelte er dem Rittmeiſter die Hand und ſagte:„Ich verachte Ihre Theorie nicht, Herr Bruder; aber ich will in der alten fortleben. Und jetzt“— er wandte ſich gegen ſeine Frau—„werde ich Dir eine Zeit beſtimmen, wo⸗ mit Ihr, wie ich hoffe, alle zufrieden ſeyd, Rigitza, mein Schatz, ſechs Wochen darfſt Du fort bleiben; aber auf den Tag hin mußt Du wieder zu Hauſe ſeyn.“
„Ach, wie gut Du biſt, mein Alter,“ ſagte Frau von Spalden; aber nicht ohne Unruhe fügte ſie hinzu, „wenn aber bis dahin noch nicht alles überſtanden iſt, wie iſt es dann?“— Des Poſtinſpektors Blick ver⸗ dunkelte, ſeine Stirne runzelte ſich.„Rigitza,“ ſagte er feierlich,„ich befehle, daß alles bis auf die Zeit hin zu Ende ſeyn ſoll, die ich feſtgeſetzt habe!“—„Aber, mein beſter Schwiegervater, kann denn wohl ein Befehl unter ſolchen Umſtänden genau befolgt werden?“ wandte der Rittmeiſter lächelnd ein,—„Nein, nicht in Bezie⸗ hung auf die Frau des Herrn Bruders, das verſteht ſich,“ antwortete der Poſtinſpektor etwas verlegen, als
hatte;„aber was mein Weib betrifft, ſo ſage ich, daß es dann ein Ende haben ſoll. Sechs Wochen, Rigitza; haſt Du mich verſtanden? keinen Tag länger!“
er merkte, daß er in der Hitze eine Dummheit geſagt⸗


